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Wir wissen von wiederholten Flugversuchen des Menschen
bis weit in die Vergangenheit hinein. Sie scheiterten nicht
nur an den mangelnden technischen Mitteln, sondern ebenso
an dem tief verwurzelten Glauben der Menschen, dass der
Himmel als Lebensraum übernatürlichen Wesen, Göttern, Engeln
und Dämonen vorbehalten sei und deshalb den Erdbewohnern
verschlossen bleiben müsse. Erst im Jahr 1783 gelang der
entscheidende Durchbruch mit der wissenschaftlichen Erkenntnis,
dass warme Luft nach oben steigt und demnach ein leichtes
Gas darstellt. Festgestellt wurde diese Tatsache von den
Gebrüdern Montgolfiere im südfranzösischen Provinzstädtchen
Annonay bei Lyon. Sie besaßen als Inhaber einer großen Papierfabrik
ausreichende Finanzmittel, um Versuche mit Warmluftballons
durchzuführen. Sie entwarfen große Leinenpapierballone,
die mittels eines qualmenden Strohfeuers aufgeheizt wurden
und sich in die Luft erhoben.
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Da man sich
in Paris von einem kleinen Provinzstädtchen nicht die Schau
stehlen lassen wollte, experimentierte dort Prof. Charles
mit wasserstoffgefüllten, gummierten Baumwollballonen. Noch
im selben Jahr konnte Charles vor etwa 100000 staunenden Zuschauern
seine "Gasblase" vorführen. Nach den Brüdern Montgolfiere
werden heutige Heißluftballone auch "Montgolfieren"
genannt, zu Ehren von Prof. Charles heißen Gasballone "Charlieren". |
Die ersten Passagiere waren
ein Hahn, eine Ente und ein Hammel. Man war gespannt, ob und
wie diese Tiere die Reise durch die Luft überstehen würden.
Gegner und Befürworter entwickelten die kompliziertesten,
aber durchaus ernstgemeinten Theorien über die Gefährlichkeit
höherer Luftschichten. Nach der Landung hatte der Hahn einen
gebrochenen Flügel, und es entspann sich sofort eine erhitzte
Debatte über die Ursache. Eine Regierungskommission untersuchte
diesen Vorfall, und man kam schließlich zu der Überzeugung,
dass der Hammel bei der Landung vor lauter Aufregung dem Federvieh
auf den Flügel getreten hatte. Damit war der Weg endlich frei
für den Aufstieg mit menschlichen Passagieren. |
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Man wählte zu lebenslanger Haft verurteilte
Strafgefangene aus, doch dann wollte man dieses Ereignis doch
lieber honorigen Adeligen überlassen. So stiegen am 21. November
1783 Pilatre de Rozier und der Marquis D´Arlandes als erste
Menschen mit einem Heißluftballon der Montgolfiers auf. |
Auch Prof. Charles wollte
mit seiner Gasblase nicht abseits stehen und erreichte einige
Tage später, beim ersten bemannten Aufstieg mit seinem Gasballon,
nachweislich eine Höhe von 3000 m. Früheres Ballonmaterial
hatte seine Tücken, und die Geschichte der Ballonfahrt ist
gespickt mit spektakulären Unfällen. So bestand das Hüllenmaterial
der kunstvoll geschmückten Montgolfieren aus leinenverstärktem
Papier und war extrem feuergefährdet. Da man damals noch den
Auftrieb mit Hilfe eines qualmenden Strohfeuers erzeugte,
ist so manches stolze "Luftschloss" ein Opfer der
Flammen geworden.
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Aus diesen Gründen verschwanden die Montgolfieren
recht bald wieder von der Bildfläche. Erst durch moderne Textilien
mit Kunststoffbeschichtung und die Anwendung von hochenergetischen
Flüssiggasen wurde dem Heißluftballon Ende der 60er Jahre
eine ungeahnte Renaissance zuteil.
Die Gasballone, die sich nur unwesentlich von den heutigen
Gasballonen unterscheiden, überdauerten die Zeiten. |
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